Wünschewagen Rheinland

Meine erste Fahrt mit dem Wünschewagen

Ich bin Monika und Fachkrankenschwester für außerklinische Intensivpflege. Als ich zufällig vom ASB-Wünschewagen Rheinland hörte, wusste ich sofort: „Da will ich mitmachen!“ Kurz darauf gab es das erste Kennenlerngespräch mit der Koordinatorin und auch schon bald meine erste Wünschefahrt, bei der ich als „Praktikantin“ mitfahren durfte. Dieses besondere Erlebnis möchte ich gerne mit Euch teilen:

An einem verregneten Samstagmorgen sollte es nach Zoutelande an die Nordsee in Holland gehen. Ich war sehr gespannt und aufgeregt. Viele Fragen gingen mir durch den Kopf: Was erwartet mich? Wie sind die Kollegen? Was machen wir bloß bei diesem schlechten Wetter? Wie werden der Fahrgast und seine Familie sein?

Am Treffpunkt beim ASB in Erftstadt angekommen, lernte ich meine Kollegen Britta und Hugo kennen. Beide sind schon länger beim Projekt als „Wunscherfüller*innen“ aktiv. Ich war froh, dass ich bei meiner ersten Fahrt erfahrene Helfer*innen an meiner Seite hatte. Beide waren supernett und erklärten mir alles ausführlich. Mit einem guten Gefühl und Luftballons, Törtchen und Kerze im Gepäck fuhren wir zum Wunschsteller und seiner Familie nach Hause.

Als Überraschung gab es von uns erstmal ein Geburtstagsständchen für den unheilbar an Krebs erkrankten Fahrgast, der an diesem Tag 49 Jahre alt wurde. Das Kennenlernen mit ihm und seiner Ehefrau verlief sehr herzlich. Alle waren sich auf Anhieb sympathisch und freuten sich auf den Tag.

Einzig der Dauerregen, der uns die gesamte Fahrt nach Holland über begleitete, trübte die Stimmung etwas.

In Zoutelande angekommen riss der Himmel plötzlich auf und die Sonne schien strahlend vom Himmel. Wir freuten uns alle riesig über den unerwarteten Sonnenschein, der uns den ganzen Tag lang begleiten sollte. Im Strandpavillion wartete die Tochter des Wunschstellers auf uns und wir genossen gemeinsam ein leckeres Mittagessen mit Blick aufs Meer. Frisch gestärkt ging es dann an den Strand und barfuß in die auslaufenden Wellen. Herrlich! Die Stimmung war gelöst und wir hatten sehr viel Spaß am Wasser. Nach einem Stadtbummel mit Softeis und anschließendem Restaurantbesuch, war es langsam an der Zeit den Rückweg anzutreten… Es fiel uns allen schwer, Abschied vom Meer zu nehmen. Ich hatte den Eindruck, dass nicht nur der Wunschsteller und seine Familie diesen besonderen Tag mit allen Sinnen in sich aufgesogen haben – auch mir schien es, als ob ich alles intensiver erlebe – die Sonne, das Meer, der Wind und die Menschen. Besonders beeindruckt hat mich die Herzlichkeit und Offenheit der Familie des Wunschstellers. Es entstand ein einzigartiges Gemeinschaftsgefühl zwischen ihnen und dem Team des ASB-Wünschewagens. Trotz dieser besonderen Nähe und Teilhabe, spürte ich auch, wann es wichtig war, der Familie den Raum zu geben, für sich zu sein. In diesen Momenten zogen wir uns als Begleiter*innen zurück und blieben im Hintergrund.

Für mich (und ich glaube so ging es allen Mitfahrenden) war dieser Tag ein Wechselbad der Gefühle: Es gab viele Augenblicke der Freude, des Lachens, des geteilten Glücks – und andererseits auch nachdenkliche Momente der Stille, Traurigkeit und des Abschieds. Nichts von dem war für mich unangenehm oder unangebracht. Ich spürte das Leben mit all seinen Facetten so eindrucksvoll wie sonst nur selten. Ich bin unglaublich froh und dankbar für diese Erfahrung und denke noch oft an meine erste Wünschefahrt zurück.

Teil des ASB-Wunscherfüller-Teams zu sein fühlt sich gut an. Hier bin ich richtig.

 

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